Causeway Bay
Welcome 2006

Ich möchte an dieser Stelle allen Freunden, Bekannten und Verwandten und jedem der sich sonst noch hierher verirrt ein glückliches, gesundes und vor allem friedvolles Jahr 2006 wünschen!
In Hong Kong fand auch heuer zum Jahreswechsel wieder der berühmte Times Square Apple Countdown statt.
Count Them Apples
That enormous television in Times Square will finally be put to good use, helping to ring in the New Year at the Times Square Apple Countdown. Stilt walkers and Canto-pop stars will entertain the crowds while dancing girls in colorful costumes shimmy their way around the square. Everyone who attends will receive party favors so they can toot their horns come 2006. And for those looking for a bit more action, indulge in the New Year’s Eve games to win shopping vouchers for the Times Square Mall.
Quelle: HK-Weekend
Abschied und Rückflug
Als ich mein Gepäck im Hostel holte, wurde ich vom Manager noch herzlich verabschiedet, und aufgefordert, doch mal wieder zu kommen. Und Hong Kong wird mich definitiv wieder sehen.
Mit dem Airport-Express-Bus A11 ging es zum Flughafen. Etwas wehmütig blickte ich aus dem Fenster als Causeway Bay, Wan Chai, Admiralty, Central und schließlich Sheung Wan an mir vorbeizogen. Durch den Western Harbour Crossing (西區海底隧道) Tunnel ging es nach Kowloon, Tsing Yi und schließlich über die Tsing Ma Brücke (青馬大橋) nach Lantau zum Hong Kong International Airport auf Chek Lap Kok.
Nachdem ich eingecheckt und meinen zwischenzeitlich 24kg schweren Rucksack – der beim Abflug nur 17kg wog – aufgegeben hatte, verfolgte ich bei einem Kaffee die Nachrichten auf CNN (Flutkatastrophe in New Orleans) und wartete auf meinen Abflug.
Nachdem ich die Taschen- und Passkontrolle hinter mich gebracht hatte (In Hong Kong darf das Notebook in der Tasche bleiben
) wurde ich noch zweimal interviewt. Das erste mal direkt nach der Passkontrolle, wo eine Mitarbeiterin des Tourismusbüros wissen wollte wie lange ich in Hong Kong verweilte, wo ich wohnte und dazu noch ein paar persönliche Angaben. Mit der flughafeneigenen U-Bahn ging es zu meinem Abfluggate, wo ich dann ein zweites Mal – etwas detaillierter – über meinen Aufenthalt in Hong Kong befragt wurde. Wie lange war ich hier? Habe ich etwas eingekauft, und wenn ja was? War ich mit dem Service allgemein zufrieden? Welche Sehenswürdigkeiten habe ich besucht? Hier konnte ich bis auf ein zwei Ausnahmen alles auf ihrer Liste bejahen
. Und so weiter! Lohn der Mühe war eine nette Anstecknadel, die ein Löwenkopf – wie er beim Lion Dance zu sehen ist – zierte.
Als ich dann im Flugzeug saß, und die Maschine pünktlich um 23.10 Uhr abhob hieß es 12 Stunden und 25 Minuten Rückflug nach Deutschland, die ich größtenteils schlafend verbrachte.
Nach Passkontrolle und Abholung meines Gepäcks in München ging es vorbei an der um 5.30 Uhr morgens noch unbesetzten Zollstelle. Jetzt ersetzte ich erstmal die HK$ in meinem Geldbeutel – von denen nicht mehr viel vorhanden war – durch Euros.
Mit der S-Bahn fuhr ich zum Hauptbahnhof und von dort aus mit der Bahn weiter nach Augsburg/Meitingen wo mich meine Eltern abholten. Zwei Dinge schockierten mich an Deutschland dann doch. A) Die exorbitant hohen Preise des öffentlichen Nahverkehrs und B) der Dreck der überall herumlag. Beides absolut kein Vergleich zu Hong Kong.
Tin Hau Tempel in Causeway Bay
Am nächsten Morgen fuhr ich mit der MTR eine Station nach Osten zur Haltestelle Tin Hau (天后). Zwei Minuten von der Haltestelle befindet sich der namensgebende Tin Hau Tempel von Causeway Bay, der zwischen den ihn umgebenden Wohnblöcken fast verblasst. Tin Hau (媽祖) ist die Göttin der Seefahrer und so stand der Tempel vor der Landgewinnung auch direkt am Meer.
Der Tempel ist von einem kleinen Park umgeben, der am frühen Vormittag nur vereinzelt von alten Mütterchen aufgesucht wird, die hier mit ihren schweren Einkaufstaschen etwas verweilen.
Zu Fuß ging ich Richtung Hong Kong Central Library (香港中央圖書館) und von dort fuhr ich mit der Tram weiter Richtung Sheung Wan.
Causeway Bay (銅鑼灣)
Am nächsten Morgen stand endlich auch mal Causeway Bay (銅鑼灣) auf dem Programm. Recht spät, in Anbetracht der Tatsache, dass sich meine Unterkunft, das Wang Fat Hostel, in diesem quirligen Stadteil von Hong Kong befindet
.
Da sich die Festplatte meines Notebooks verabschiedet hatte, und ich somit die Bilder nicht mehr von meiner Digitalkamera laden konnte (Merke: Knoppix-CD mit in den Urlaub nehmen), stand als erstes das Times Square Shopping Centre auf dem Plan. Zwei Etagen mit Elektronik-, Computer- und Hifi-Shops sollten genügend Auswahl für eine CompactFlash-Karte bieten. Bei Fortress habe ich dann auch eine 1GB CF-Karte erstanden. Preislich ergab sich zu Europa kein gravierender Unterschied. Mir wurde mit stolz geschwellter Brust lediglich mitgeteilt, dass es sich bei der SanDisk-Karte um ein Qualitätsprodukt aus China handelt. Schlecht sind sie auch nicht, denn meine andere CF-Karte ist ebenfalls von SanDisk.
Im nachhinein wären die 3 Etagen Computer-Shops im Windsor House – ebenfalls in Causeway Bay – die bessere Wahl gewesen.
Apropos Times Square. Hierher verschlug es schon Angelina Jolie als Lara Croft im zweiten Teil der Tomb Raider Serie, The Cradle of Life. Die Aufnahmen vor und in dem Gebäude sind korrekt. Es wird jedoch eine CGI Aufnahme verwendet, die eine Glaskuppel im Dach zeigt – die es nicht gibt – und durch die das Two-IFC zu sehen ist, über das Lara und ihr Begleiter später flüchten werden. Zwischen Times Square und Two-IFC liegen jedoch gut und gerne 2km.
Vom Times Square ging ich dann Richtung Happy Valley (快活谷) wo ich mir den Happy Valley Racecourse (快活谷馬場) ansehen wollte. Der war jedoch leider geschlossen, also wieder zurück. Über die Percival Street und Hennessy Road kam ich dann wieder zur der mir reichlich bekannten Ecke Patterson & Great George Street, die von mehreren riesigen iPod Werbeplakaten überschattet wird. In dieser Ecke von Causeway Bay sind die Straßen sowohl Tags wie auch Nachts gesäumt von Menschen, da sich hier etliche kleine und große Einkaufszentren (u.a. Sogo, World Trade Centre, Windsor House, Island Beverly) und ein Kino (JP Cinema) befinden. Nachts sind in der Gegend auch Künstler, die ihre Kunststücke zum Besten geben anzutreffen.
Direkt am Ende der Great George Street befindet sich der Victoria Park (維多利亞公園). Dieser ist mit 17 Hektar Grundfläche die größte Grünanlage im Norden von Hong Kong Island. Morgens sind hier zahlreiche Menschen bei ihren T’ai Chi Übungen anzutreffen. Auf den zahlreichen Sportanlagen wird Basketball oder Tennis gespielt. Menschen joggen oder gehen einfach nur spazieren, und in einem Brunnen wurden sogar ferngesteuerte Boote fahren gelassen.
Noon Day Gun (午炮)
Am Sonntag hieß es erstmal ausschlafen. Als ich endlich aufgestanden war, machte ich mich – wie schon am ersten Tag mit meiner Schwester – auf zur Noon Day Gun (午炮). Also erneut durch die Tiefgarage des World Trade Centres und durch einen Tunnel unterhalb der Gloucester Road hindurch.
Das Abfeuern des Dreipfünders ist eines der wenigen kolonialen Überbleibsel in Causeway Bay. Die Kanone steht in einem kleinen Garten und wird jeden Tag Punkt 12.00 Uhr Mittags, sowie zu Neujahr am 31. Dezember von einem Jardine-Mitarbeiter abgefeuert. Anschließend wird eine Glocke acht mal geläutet, die das Ende der Vormittagswache signalisiert.
Der Ursprung dieser Tradition bleibt mysteriös. Einige behaupten, dass Jardine Matheson die Kanone ohne Erlaubnis abfeuerte, um einem abreisenden Direktor gute Reise zu wünschen oder eines ihrer ankommenden Schiffe willkommen zu heißen. Die Obrigkeit war von der Anmaßung so erzürnt, so dass sie die Firma dadurch bestrafte, dass diese die Kanone von nun an täglich abfeuern musste.
Eine eher nüchterne Erklärung ist, dass die Kanone – wie in vielen anderen Häfen auch – dazu abgefeuert wurde, damit die Schiffe im Hafen ihre Uhren – die zur Ermittlung des Längengrades benötigt werden – stellen konnten.
Erste Erkundungen
Der erste Vormittag in Hong Kong war ziemlich trüb und wolkenverhangen. Wir entschlossen uns zu einem preiswerten Frühstück. 24HK$ für ein Croissant, Baguette, Kaffee und Orangensaft in einer Filiale von Delifrance, die in ganz Hong Kong zu finden sind. Wir waren – wie schon am Vorabend – im World Trade Centre. Nach der Lektüre des englischsprachigen HK-Magazines und der ebenfalls auf Englisch erscheinenden South China Morning Post machten wir uns zu Fuss Richtung Waterfront auf.
Durch eine Unterführung, die über die Tiefgarage des World Trade Centres erreichbar ist, gelangten wir zur Noonday Gun, die jeden Tag Punkt 12:00 Uhr abgefeuert wird. Für dieses Ereignis waren wir jedoch zu früh dran. Wir liefen weiter Richtung Wan Chai, und uns bot sich trotz einsetzendem Regen ein schöner erster Blick auf die beeindruckende Skyline Hong Kongs. Durch die engen Straßen mit ihren teilweise gewöhnungsbedürftigen Gerüchen machten wir uns wieder auf den Rückweg.
Erster Abend in Hong Kong
Nach dem Bezug unseres provisorischen Zimmers im zehnten Stock – wir bekommen am nächsten Tag wegen unserer langen Aufenthaltsdauer ein Besseres – hieß es erneut Geld wechslen, damit das Zimmer bezahlt werden konnte, und ich meinen hinterlegten Reisepass wieder bekomme. Auf der Suche nach einer Wechselstube stießen wir mehr oder weniger zufällig auf das World Trade Centre (世貿中心), ein Einkaufs- & Bürozentrum, dass auch etliche Restaurants beherbergt. Wir entschlossen uns im Shanghai Lu Yang Cun Restaurant (阿拉麵館) zu Abend zu Essen. Geordert wurde Fried Thick Noodle, Fried Chicken & Fried Pan Cake, was alles vorzüglich schmeckte. Meine erste Begegnung mit Essstäbchen (筷子) fiel jedoch sehr ernüchternd aus, und warf auch unweigerlich die Frage auf: “Wie werde ich die nächsten 14 Tage satt?”. Meine Schwester war hier dank drei Wochen Chinavorsprung wesentlich geschickter. Wenigstens hatten die Chinesen am Nachbartisch ihren Spaß damit, über meine erbärmlichen Fähigkeiten zu lachen.
Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang durchs Viertel machten wir uns dann auch auf den Weg ins Bett.